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Energieberatung vor Ort

Nach einer Einstiegs- oder Förderberatung sollte vor allem bei jedem größeren Sanierungsprojekt eine individuelle Energieberatung die Grundlage der Planung sein. Die Vor-Ort-Beratung selbst ist förderfähig und im Rahmen einer Energieberatung können auch weitere Fördermittel beantragt und ein Sanierungsfahrplan erstellt werden.

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Eine Vor-Ort-Beratung findet in Ihrer Immobilie statt, um sich so ein genaues Bild vom Gebäude zu machen und Sie individuell beraten zu können. Zunächst wird das Gebäude in Bezug auf Wärmedämmung und Anlagentechnik genau untersucht und eine Energiebilanz erstellt. Auf dieser Grundlage können Verbesserungsmöglichkeiten und Einsparpotenziale erarbeitet sowie Investitionskosten für mögliche Alternativen berechnet werden. Durch einen Vergleich zwischen dem Ist-Zustand Ihres Gebäudes und möglichen Energieeinsparungen in der Zukunft kann schließlich die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Maßnahmen analysiert werden, sodass Sie entsprechende Empfehlungen erhalten. Die Ergebnisse der Analyse erhalten Sie in einem ausführlichen schriftlichen Bericht.

Gute Energieberaterinnen oder Energergieberater verfügen meist über ein Ingenieur- oder Architekturstudium mit einer qualifizierten Zusatzausbildung. Sie müssen unabhängig arbeiten, und Bindungen an Hersteller- und Vertriebsfirmen oder sonstige Institutionen mit individuellen Interessen sollten stets ausgeschlossen sein. Lassen Sie sich gegebenenfalls auch eine Referenzliste vorlegen. Um Fördergelder der KfW zu erhalten, muss eine spezielle BAFA-Zertifizierung vorliegen. Auch die Vor-Ort-Beratung selbst ist dabei förderfähig.

Fördermittel

Für eine Vor-Ort-Energieberatung können Sie BAFA-Fördermittel erhalten. Informationen: www.bafa.de

Eine professionelle Baubegleitung von energetischen Sanierungsmaßnahmen (und seit 2016 auch von Neubauten) durch Sachverständige wird auch über das „KfW-Programm 431: Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung“ gefördert. Informationen: www.kfw.de

Erster Vor-Ort-Termin: Schwachstellen erkennen

Bei der Beratung vor Ort wird eine Analyse des energetischen Zustandes Ihres Gebäudes erstellt und Ihre Wünsche für eine Modernisierung werden besprochen. Bei der Gebäudeanalyse werden Schwachstellen der Gebäudehülle (schlechter Wärmeschutz, Wärmebrücken, Leckagen) und der Anlagentechnik (ineffiziente Heizkessel, ungedämmte Verteilungsleitungen, ineffiziente Pumpen etc.) ermittelt.

Berechnung der Modernisierungsvarianten und Energieberatungsbericht

Auf Basis der Analysen und Gespräche wird ein Konzept mit sinnvollen Sanierungsmaßnahmen, konkreten Handlungsempfehlungen, einer Kosten- und Wirtschaftlichkeitsberechnung sowie Informationen zu Fördermöglichkeiten erstellt.

KfW-Antrag

Für die Beantragung von Fördermitteln der KfW erstellt die Energieberaterin oder der Energieberater eine Bestätigung für die energetische Modernisierung. Klären Sie auch die Ausstellungskosten dieser KfW-Bestätigung zeitnah ab! (siehe auch „Bestätigung und Energieausweis“)

Planung und Angebotseinholung

Die Energieberaterin oder der Energieberater erstellt Ihnen in der Regel einen detaillierten Sanierungsplan, auf dessen Grundlage Sie je nach Umfang ein Architektur- oder Ingenieurbüro einschalten oder bei kleineren Maßnahmen vergleichbare Angebote von verschiedenen Handwerksbetrieben einholen können. Darüber hinaus sollten die Angebote dahingehend geprüft werden, ob die Anforderungen aus dem Energiekonzept eingehalten werden.

Energetische Baubegleitung

Im Rahmen dessen überprüft die Energieberaterin oder der Energieberater die Umsetzung der energetischen Anforderungen (soweit diese durch Inaugenscheinnahme vor Ort ersichtlich ist) und gibt Hinweise bei auftretenden Abweichungen.

Bauabnahme

Ist kein Architektur- oder Ingenieurbüro involviert, obliegt die Pflicht der Bauabnahme der Bauherrin bzw. dem Bauherrn. Die Energieberaterin oder der Energieberater kann hier begleitend zur Seite stehen. Zur Qualitätssicherung kann mithilfe von Thermografie-Aufnahmen oder einem Luft-Dichtheitstest die fachgerechte Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen geprüft werden.

Bestätigung und Energieausweis

Mit Beendigung der Bauarbeiten müssen die ausführenden Firmen die fachgerechte Umsetzung durch eine Fachunternehmererklärung bestätigen. Auf deren Grundlage wird eine KfW-Bestätigung sowie ein aktueller Energiebedarfsausweis erstellt.Nur mit diesen Unterlagen können Sie die staatlichen Förderprogramme für Sanierungen zum Effizienzhaus in Anspruch nehmen.