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Praxiswissen Dämmung

Dämmstoffe

Wesentliche Eigenschaft eines Dämmstoffes ist seine Wärmeleitfähigkeit ʎ (Lambda-Wert). Je geringer die Wärmeleitfähigkeit, desto besser ist seine Dämmwirkung. Ein guter Dämmstoff sollte eine Wärmeleitfähigkeit von ʎ = 0,035 W/(mK) oder weniger haben. Im Handel ist die jeweilige Wärmeleitfähigkeit anhand der angegebenen Wärmeleitgruppe (WLG) oder analog der Wärmeleitstufe (WLS) erkennbar.

Beispiel: ʎ = 0,035 W/mK entspricht WLG 035. Weitere Eigenschaften von Dämmstoffen werden durch Kurzzeichen und Piktogramme auf dem Etikett angezeigt. So etwa die Anwendungsgebiete mit den Kürzeln für Dach/Decke (D), Wand (W) oder Perimeter/Keller (P).

Weitere Produkteigenschaften sind mit folgenden Kürzeln vermerkt: Druckbelastbarkeit (d), Wasseraufnahme (w), Zugfestigkeit (z), schalltechnische Eigenschaften (s), Verformung unter Last und Temperatur (t).

Umweltfreundliche Dämmstoffe

Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen gehören zu den traditionellen Baustoffen, die derzeit eine Renaissance erleben. Die Vorteile sind ein schonenderer Umgang mit fossilen und mineralischen Ressourcen, weniger Schadstoffbelastung bei der Herstellung und die Verminderung gesundheitlicher Risiken im Wohnumfeld. Die teilweise geringere Dämmwirkung der ökologischen Baustoffe (ab WLS 040) kann schon durch wenige Zentimeter mehr an Dämmdicke ausgeglichen werden. Betrachtet man die gesamte Ökobilanz eines Baustoffes, dann sind auch der Einsatz von Recyclingmaterialien und die spätere Rückbaubarkeit der Materialien relevant. Von großer Bedeutung ist auch die Energie, die für Herstellung, Verarbeitung, Einbau und Transport von Material und Maschinen sowie die Entsorgung bzw. Wiederaufbereitung eines Baustoffes benötigt wird – der sogenannte „Primärenergiegehalt“.

Die Ökobilanz von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen wie Hanf, Flachs, Zellulose oder Holzfasern ist über den gesamten Lebenszyklus besonders umweltfreundlich.
Informationen und Marktübersicht: http://baustoffe.fnr.de

Für besonders umweltfreundliche und emissionsarme Wärmedämmstoffe, Unterdecken und Wärmedämmverbundsysteme gibt es das Umweltsiegel „Blauer Engel“.
Weitere Informationen: www.blauer-engel.de

Schimmel vermeiden

Schimmelwachstum in Wohnbereichen ist ein Problem, das oft bei einer unsanierten Wand nach der Erneuerung der Fenster auftritt. Wenn die Räume ausreichend beheizt werden und die relative Luftfeuchtigkeit unter 50-60 % bleibt, ist die Bildung von Schimmel fast nicht möglich – vorausgesetzt es liegen keine baulichen Mängel, wie defekte Wasserleitungen, aufsteigende Feuchtigkeit, Wärmebrücken oder ungenügender Wärmeschutz der Fassade, vor. Um überschüssige Luftfeuchte aus der Wohnung zu entfernen, sind je nach Jahreszeit unterschiedliche Luftwechselraten erforderlich. Die Luftwechselrate gibt an, wie häufig pro Stunde (1/h) die gesamte Raumluft erneuert worden ist. Bei normaler Nutzung reicht ein Luftwechsel von 0,5 bis 0,8 pro Stunde aus.

Mit dem Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 liefert der Gesetzgeber eine Handlungsanweisung zur Vermeidung von Schimmelpilzwachstum. Im Sanierungsfall, wenn bei einem Ein- oder Mehrfamilienhaus mehr als ein Drittel der Fenster ausgetauscht werden und zusätzlich bei einem Einfamilienhaus mehr als ein Drittel des Dachs erneuert wird, fordert der Gesetzgeber ein Lüftungskonzept nach DIN1946-6. Im Rahmen dieses Lüftungskonzeptes wird überprüft, ob lüftungstechnische Maßnahmen erforderlich sind, und – falls ja – ein entsprechendes Lüftungssystem festgelegt.

Die Wohnungslüftung mit gekippten Fenstern ist nur während des Sommers sinnvoll. Während der Heizperiode führt sie zu überhöhten Luftwechselraten und kühlt die Raumoberflächen unnötig aus. Dadurch wird die Behaglichkeit beeinträchtigt und die Kondensation von Wasserdampf gefördert. Bei einer Stoßlüftung wird das ganze Fenster geöffnet – möglichst bei abgestelltem Heizkörper. Im Winter wird dabei in 4-6 Minuten die komplette Luft ausgetauscht. Die Oberflächen im Raum kühlen dann nur wenig aus.

Dauer der Lüftung für einen kompletten Luftwechsel (1/h) bei ganz geöffnetem Fenster
Besonders zutreffende Monate Lüftungszeit (in Abhängigkeit von der Außenlufttemperatur)
Dezember, Januar, Februar 4-6 Minuten
März, November 8-10 Minuten
April, Oktober 12-15 Minuten
Mai, September 16-20 Minuten
Juni, Juli, August 25-30 Minuten