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Stadt Nürnberg - Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel

Klimaziele und Klimafahrplan

Die Stadt Nürnberg befasst sich seit Langem intensiv mit den Themen Energieeinsparung und Klimaschutz und seit einigen Jahren auch mit der Anpassung an den Klimawandel. Diese Bemühungen reichen bis in die frühen 90er-Jahre zurück.

Vom Referat für Umwelt und Gesundheit wurden bereits zwei „Klimaschutzfahrpläne“ für die Zeiträume 1990 bis 2000 und 2000 bis 2010 entwickelt. Im Jahr 2012 wurden der „Energienutzungsplan 2030“ sowie die „Energieeffizienzstrategie Nürnberg 2050“ verfasst. Diese Studien waren Grundlage für den langfristig angelegten „Klimafahrplan 2010-2050“, der dem Nürnberger Stadtrat zum Beschluss vorgelegt wurde. Zentrale Ziele sind:

  • die Reduktion der CO2-Emissionen um 80 % bis zum Jahr 2050 und die
  • Weiterentwicklung von Strategien zur Klimaanpassung.

Mit diesen überaus ambitionierten Zielen schließt sich die Stadt Nürnberg dem Energiekonzept der Bundesregierung an und nimmt so ihre lokale Verantwortung für den globalen Klimaschutz wahr. Der Klimafahrplan beinhaltet einerseits Strategien und Schritte zum Klimaschutz (Mitigation), andererseits aber auch das Themenfeld „Anpassung an den Klimawandel“ (Adaptation) und legt dar, welche konkreten Schritte notwendig sind, um die ehrgeizigen Ziele bis 2050 erreichen zu können.

Strategien und Schritte zum Klimaschutz

Eine Besonderheit des Klimafahrplans 2010-2050 der Stadt Nürnberg ist die Beteiligung und Zusammenarbeit einer Vielzahl unterschiedlicher Nürnberger Akteure. In zwölf Workshops und Einzelgesprächen mit lokalen Fachleuten aus Energieversorgung, Wirtschaftsunternehmen, der Immobilienbranche, Hausverwaltern und Mietern, Kammern, Beteiligungsgesellschaften der Stadt Nürnberg sowie verschiedenen Referaten der Stadtverwaltung wurde das Konzept erarbeitet.

Das Referat für Umwelt und Gesundheit hat sich für diesen intensiven Beteiligungs- und Erarbeitungsprozess entschieden, um das Know-how der mehr als 80 Akteure vor Ort einzubinden und auf diese Weise ein Maßnahmenpaket zu erarbeiten, das aus der Praxis heraus und im Konsens mit den beteiligten Akteuren realisierbar erscheint. Insgesamt wurden auf diese Weise über 160 Maßnahmenvorschläge erarbeitet.

Wichtige Erkenntnis sowohl aus der Studie „Energieeffizienzstrategie Nürnberg 2050“ als auch aus den Workshops ist, dass sich die ambitionierten klimapolitischen Ziele nur dann realisieren lassen, wenn es gelingt, den Energieverbrauch bis 2050 um mindestens 40 % zu senken. Hierfür müssen alle vorhandenen Effizienzpotenziale in den Bereichen Gebäude, Anlagentechnik, Industrie und Verkehr etc. ausgeschöpft werden. Aus kommunaler Sicht liegt ein wichtiger Schlüssel in der energetischen Sanierung des vorhandenen Gebäudebestands und hier besonders im Bereich der Wohngebäude. Hier sind hohe Energieeinsparungen und Effizienzsteigerungen erzielbar. Die höchsten Effizienzpotenziale liegen bei Gebäuden aus den Baujahren 1946 bis 1980.

Neben der Reduzierung der Energieverbräuche muss auch der zügige Ausbau der erneuerbaren Energien, sowohl im Strom- als auch im Wärmebereich, stattfinden. Nur so können sich die Verbrennung fossiler Energieträger und damit der CO2-Ausstoß deutlich verringern. Um die gesteckten Ziele zu erreichen, dürfen die fossilen Energieträger wie Heizöl oder Erdgas im Jahr 2050 nur noch rund 15-20 % zur Energieversorgung beitragen.

Die Grafik veranschaulicht das Klimaschutzszenario bis 2050, in dem sich der Energieverbrauch reduzieren und parallel die Energieträger verändern müssen. Der Anteil der erneuerbaren Energien ist nochmals unterteilt nach den unterschiedlichen Erzeugungsstandorten. Es ist nachvollziehbar, dass im Stadtgebiet Nürnberg aufgrund der geringen Flächen und wegen der hohen Energiedichte nicht ausreichend regenerative Energien erzeugt werden können, sodass die fehlenden Kapazitäten aus der Region und aus dem restlichen Bundesgebiet beziehungsweise auch aus Europa bezogen werden müssen.

Das bedeutet, dass im Bereich der Energieversorgung eine Stadt-Land-Kooperation entstehen muss. Vor diesem Hintergrund wurde das Forum „Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung“ der Metropolregion Nürnberg gegründet. Hier wurde ein „Klimapakt“ erarbeitet, der von der Ratsversammlung der Metropolregion 2012 einvernehmlich beschlossen wurde.

Den Klimaschutzfahrplan der Stadt Nürnberg und die Energieeffizienzstrategie Nürnberg 2050 finden Sie hier zum Download.

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Anpassung an den Klimawandel

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Neben dem Klimaschutz muss sich die Stadt Nürnberg künftig auch verstärkt mit den Auswirkungen der zu erwartenden klimatischen Veränderungen auseinandersetzen. Der Klimafahrplan 2010-2050 enthält deshalb erstmalig auch das Handlungsfeld „Anpassung an den Klimawandel“, das vom Umweltamt der Stadt Nürnberg erarbeitet wurde.

Klimawandelanpassung auf städtischer Ebene erfordert vor allem die Auseinandersetzung mit Fragen zur lokalklimatischen Situation und der weiteren Entwicklung bis 2050 und darüber hinaus. In den dicht bebauten und versiegelten Nürnberger
Stadtgebieten bildet sich schon heute gegenüber dem Umland ein deutlich abweichendes Stadtklima aus. Im Durchschnitt liegt die Lufttemperatur in einer Großstadt gegenüber dem unbebauten Umland im Jahresmittel um etwa 2 °C höher, in Extremfällen auch weit darüber hinaus. Dies führt beispielsweise zur Ausbildung sogenannter „städtischer Wärmeinseln“ und damit zu gesundheitlich besonders belastenden Situationen. Es gilt als sicher, dass diese Phänomene sich im Zuge der zu erwartenden klimatischen Veränderungen weiter verschärfen werden. Außerdem steigt die Gefahr von unumkehrbaren Klimaänderungen in Form von Extremtemperaturen, Dürreperioden, Überflutungen und Ozeanerwärmung weiter an.

Die für die Stadt Nürnberg erarbeiteten Verbesserungen beziehen sich auf die Schwerpunktbereiche:

  • Stadtentwicklung und Bauleitplanung,
  • Grünflächen- und Freiraumgestaltung und
  • Gesundheitsvorsorge und Information.

Wesentlich für die Umsetzung der vorgestellten Schritte zur Klimaanpassung ist die Annahme, dass in der Regel weitere positive Wirkungen auf andere Handlungsbereiche erzielt werden. So verbessern zum Beispiel städtische Grünräume nicht nur das Stadtklima, sondern tragen auch wesentlich zu einer Verbesserung des Wohnumfelds bei.

Das Handbuch Klimaanpassung der Stadt Nürnberg finden Sie hier zum Download.

Referent Dr. Peter Pluschke
Stadt Nürnberg
Referat für Umwelt und Gesundheit

Klimaschutzbeauftragter der Stadt Nürnberg

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Mit der Umsetzung des Klimafahrplans 2010-2050 ist der Klimaschutzbeauftragte der Stadt Nürnberg, Wolfgang Müller, vom Referat für Umwelt und Gesundheit betraut. Eine wesentliche Aufgabe des Klimaschutzbeauftragten besteht darin, aktiv an der Umsetzung der im Klimafahrplan benannten Klimaschutzmaßnahmen mitzuwirken und eine Priorisierung der vorgeschlagenen Projekte vorzunehmen. Er ist ein wichtiger Ansprechpartner für die Bereiche Kommunalpolitik und Stadtverwaltung, aber auch für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Verbände, Energieversorgungsunternehmen und Schulen. Er vernetzt die Akteure und kann somit Klimaschutzprojekte befördern und unterstützen. Er initiiert, koordiniert und begleitet Klimaschutzmaßnahmen in den Bereichen regenerative Energieerzeugung sowie energieeffiziente Gebäude.

Die Stelle wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages unter dem Titel „Schaffung einer Stelle eines Klimaschutzmanagers/in im Klimaschutzmanagement der Stadt Nürnberg, Umweltreferat“ gefördert (Förderkennzeichen: 03KS8184).

Klimaschutzkampagne „Wir machen das Klima“

Um die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Nürnberg besser zu erreichen und um das Thema Klimaschutz in die Breite zu tragen, wurde vom Referat für Umwelt und Gesundheit die Klimaschutzkampagne „Wir machen das Klima“ gestartet. Auf der Internetseite zur Kampagne finden Sie interessante und hilfreiche Informationen sowie umfassende Beratungsangebote. Ebenso können hier wichtige Fachpublikationen abgerufen werden.

Klimaschutzbeauftragter Wolfgang Müller

Hauptmarkt 18, 90491 Nürnberg
09 11/231-39 77
E-Mail senden

Referat für Umwelt und Gesundheit